Checkliste für Unfallpatienten

Sofortmaßnahmen nach Unfall:

  1. Fotos von der Unfallstelle: insbesondere Übersichts- und Detailaufnahmen von mehreren Seiten, damit die Endposition später eindeutig nachgewiesen werden kann, Endstellung der Fahrzeuge, Splitterfelder, Fotos von den Beschädigungen der Fahrzeuge.
  2. Polizei immer benachrichtigen.
    Achtung: Bei allen Kollisionen besteht die Gefahr eines Personenschadens.
  3. Kein Schuldanerkenntnis abgeben!
  4. Autokennzeichen, Haftpflichtversicherung und Versicherungsscheinnummer, Namen, Anschrift von Fahrer und Mitfahrer des beteiligten Fahrzeugs notieren, sowie Zeugen, evtl. nach Zeugen suchen und deren Namen und Adressen notieren.
  5. Sofort ärztliche Untersuchung (möglichst MRT/CT im Hinblick auf Einblutungen, Ödemen oder Wassereinlagerungen innerhalb von 3 Tagen bei HWS-Distorsion), gegebenenfalls Behandlung.
  6. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitgeber (gegebenenfalls Krankenkasse vom behandelnden Arzt ausstellen lassen).
  7. Sachverständigengutachten einholen: Schadensgutachten vom Fahrzeug durch freien, unabhängigen Sachverständigen (bei Schäden über 1000 €).
  8. Untersuchungen: alle Beschwerden und Verletzungen durch den Arzt dokumentieren lassen und selbst aufschreiben (Tagebuch über den Verlauf der Beschwerdesymptomatik führen).
  9. Auf Untersuchung und Überweisung an weitere Spezialisten bestehen.
  10. Versicherung so bald wie möglich benachrichtigen. Mitteilung von:
    -Tag
    -Zeit
    -Ort
    -Unfallbeteiligte sowie Zeugen
    Unfallschilderung, alle Schreiben und Unterlagen vor dem Absenden für eigene Unterlagen kopieren.
  11. Fragebogen der Versicherungen mit Hilfe eines Rechtsanwalts vollständig beantwor-ten (Obliegenheitspflicht),
  12. Sofort Rechtsanwalt einschalten, falls dies nicht selbst möglich ist, durch Vertreter: erste Beratung, Besprechung des weiteren Vorgehens, so dass keine Fehler gemacht werden.
  13. Auftretende Beschwerden notieren (Tagebuch über den Verlauf führen):
    Ab wann, welche Beschwerden und mit welcher Intensität Schilderung des Verlaufs der Beschwerden.
  14. Wenn die Begriffe Vorerkrankung, degenerative Veränderungen, Rentenneurose oder Depression bei Gutachten auftauchen, Rücksprache mit Rechtsanwalt, keine Stellungnahme auf eigene Faust abgeben.
  15. Fristen beachten.
    Bei Dauerschäden: Private Unfallversicherung: Invalidität
    - unverzügliche Unfallmeldung an den Versicherer
    - 1 Jahr: bis dahin muss ein Dauerschaden/Invalidität eingetreten sein
    - 15 Monate: bis dahin musste Invalidität schriftlich geltend macht und eine ärztliche
    Bescheinigung festgestellt werden,
  16. Originalunterlagen (MRT/CT, ect.) nie aus der Hand geben. Am besten nach der Untersuchung gleich Kopien anfordern und mitnehmen (auf CD).
  17. Alle Unterlagen aufheben.
    + Ordnen nach Datum, Sachgebiet, Fachbereich (Befunde, Berichte, Gutachten, Röntgenbilder, Schreiben von Ärzten, Rechtsanwälten, Versicherung, Gerichten, BfA, LVA, Berufsgenossenschaften, Versorgungsämter).

Wichtigste Grundsätze:

  • nicht beirren lassen
  • Nie aufgeben
  • Recht durchsetzen